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m die Jahrhundertwende unterstützten Intellektuelle und andere Gruppen in Deutschland ein 'deutsches' Christentum oder auch 'Neuheidentum', das sich auf die ursprünglichen Tugenden der Liebe, der Wohlfahrt und des Wohlwollens berief.

nazi partei Kongress
Nazi Partei

Diese Bewegung und die Spaltung von Protestanten und Katholiken schwächte eine gemeinsame moralische Erhebung gegen den aufstrebenden Totalitarismus und gegen die Intoleranz in den 30er Jahren. Die Folgen für Deutschland und die die Welt waren tragisch; die Nazis kamen 1933 an die Macht. Obwohl viele einzelne Mut bewiesen, versagten die katholische und die protestantische Kirche beim Aufbau eines effektiv organisierten Widerstandes gegen Hitler und die nationalsozialistische Bewegung. Tatsächlich demonstrierte die katholische Kirche Loyalität mit dem neuen Regime und verurteilte politisch aktiven Katholizismus und die katholische Zentrumspartei.

Vor seiner Machtergreifung ließ sich Hitler durch die Schriften von Lanz von Liebenfels beeinflussen, die in einem Journal mit dem Titel 'Ostara' veröffentlicht worden waren. Diese Zeitschrift verkündigte Konzepte arischer Überlegenheit und einen kultischen Glauben in den teutonischen Geist. Hitler entwickelte einen tiefen Haß gegen das Christentum, und er wollte es durch einen neuheidnischen Glauben, eine sogenannte "Gottgläubigkeit", ersetzen, sowie er an die Macht kommen würde. Systematisch begann er, die Bindung der Menschen an das Christentum zu zerstören, indem er die Rituale des christlichen Kalenders entchristianisierte; zum Beispiel ließ er Weihnachten in 'das Fest des Lichtes' umbenennen und Weihnachtslieder und Krippenspiele verbieten.

Hitler Plakat

Plakat von 1938-1939
mit dem Slogan 'Ein Volk, ein Reich, ein Führer!'

Aus einer Internetseite über Faschismus und Okkultismus von Jorge Peterson:

"The words Christ, angels, shepherds were banned from children's books and replaced by such words as emissaries of nature and the power of the sun... The new Holy day was the summer solstice and was celebrated with fire incantations; this was the new Nordic faith."

osterrad mit nazi slogan
1938 Osterräder mit dem Hakenkreuz und mit demselben Schlagwort, wie auch schon auf dem Hitler-Plakat weiter oben

1933 wurden die Nazis auf den Osterräderlauf aufmerksam. Um die deutsche Vergangenheit zu glorifizieren, sollte der Osterräderlauf wieder mit seinen vorchristlichen Ursprüngen verbunden werden. Mit Lautsprecherwagen verkübdeten die Nazis, das die Osterräder nun wieder im Namen der Göttin Ostara liefen. Die Dechenbrüder wurden gezwungen, bei dem faschistischen Spektakel Naziuniformen zu tragen, und die Räder erhielten nationalsozialistische Inschriften zum 'Heil' des Reiches. .

Hakenkreuz auf der Osterberg
Das Hakenkreuz auf dem Osterberg

1934 wurden Fackelträger organisiert, die auf den Hängen des Osterberges ein gigantisches brennendes Hakenkreuz bildeten, während die Räder hinabrollten.

Die Nazis hatten eine unpopuläre Entscheidung getroffen; die Bewohner von Lügde und besonders die Dechenbrüder waren gegen die Entchristianisierung ihres geliebten Volksbrauches. Zuerst versuchten sie, den Nazis die Kontrolle über den Osterräderlauf zu entziehen, indem sie die Landbesitzer des Osterbergs dazu brachten, wegen der unvermeidlichen Bodenzerstörungen auf Schadensersatz zu klagen. Das schlug fehl.

Osterberg Kreuz
Osterberg Kreuz

August Rüsenberg formulierte einen Plan für den Widerstand. Er und Johannes Blome, Johannes Gardeners, Hermann Blome, Otto Krüger und andere bauten mit aus einem nahegelegenen Steinbruch geholten Steinen auf dem Hügel ein Fundament und verankerten darin in der Nacht zum 25. Juli 1935 ein weißes Holzkreuz, sehr zum Erstaunen der Bevölkerung. Diesen Akt des Widerstandes prangerten die Nazis öffentlich an. Das Grundstück, auf dem das Holzkreuz nun stand, war jedoch in Privatbesitz, und der Grundeigentümer weigerte sich, dem Druck der Nazis nachzugeben. So blieb das Kreuz während der folgenden Jahre, als die Nazis den Osterräderlauf kontrollierten, weit sichtbar an seinem Platz auf dem Hügel.

Nach dem Krieg setzten die Dechenbrüder ihren Volksbrauch fort; sie erwarben das Grundstück, auf dem das Kreuz steht, damit es dem Osterräderlauf erhalten bleibt. So ist das Kreuz weiterhin ein leuchtendes Zeichen des Widerstandes und eine Erinnerung an den Mut der Menschen in Lügde, den Nazis zu widerstehen.